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„…zu tun, was sie mich lehren“

Oktober 31

…“Wenn der Horizont in der Wärme flimmert, wenn Wolken wie Türme aufsteigen und alles in Saft und Fülle steht – lebt es sich leicht. Vergessen ist die Ungnade des Winters, und der Herbst ist noch weit. Es ist die Zeit, in der wenige Tage ein ganzes Jahr aufwiegen können.

Das volle Leben genießen, jetzt kann man es. Leuchtender wird das Grün nicht werden, als an einem Pfingstmorgen, wenn die Tautropfen an den Blattspitzen hängen, ehe sie in der aufsteigenden Sonne erlöschen. Die WElt ist voller Vogelstimmen. Noch hat kein Mähwerk das Schaumkraut aus den Wiesen geholt. Die Himmelsziege (Bekassine) fährt im Balzflug über das Moor, und der Brachvogel flötet melodisch. Auf den Flugbrettern der Bienenvölker stehen kleine Wasserlachen. Die Völker haben über Nacht „gedroschen“.

Jetzt ist Mitt-Zeit, nun herrscht Fülle, die das Auge sättigt.

Jetzt wirkt ein Ratschlag lächerlich wie eine Gießkanne im Regen. Das Buch des Lebens ist aufgeschlagen. Wer nur die Überschriften liest, wer jede Seite genießt — das ist mehr veranlagt als erziehbar. Aber manchmal muß man einander doch anstoßen: „Sieh mal , hier…..“ und „Schau mal, dort…“……

 

Wolfgang Golz, aus: „….zu tun, was sie mich lehren/Aufsatz S.62 Mitt-Zeit – 1979 – “, Broschüre VI, 1985

 

(D JES)

 

 

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Datum:
Oktober 31