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Daniela Friebel #1

April 28

 

aus der Arbeit AUSPICIA, 2018
Rom, Dezember 2016: Ich schlendere über den Campo Verano, Roms Zentralfriedhof, und verliere mich in einem Gewirr von Haupt- und Nebenwegen. Selbst mit einem Plan ist es schwierig, sich in den Friedhofsabschnitten, die wie Stadtviertel jeweils eine ganz eigene Charakteristik haben, zu orientieren. Ich mache mir keine Gedanken darüber, dass viele Gräber in Plastikfolie eingewickelt sind. Kurz vor der Abenddämmerung kommen große, riesige Starenschwärme und sammeln sich über den Bäumen des Campo Verano. Direkt unter diesen sogenannten Murmurationen zu stehen, dem Schwarmflug, ist ein atemberaubendes Naturschauspiel. Der Campo Verano ist einer von zahlreichen Orten in Rom, die Stare zu ihrem Schlafplatz auserkoren haben.
Ich recherchiere und lese über Stare, die zum Überwintern nicht mehr bis Afrika ziehen müssen, über Oliven-Monokulturen um Rom und bei Tonnen von beißendem Starenkot, der im Winter den Friedhof überzieht. Über römische Auguren, die anhand des Vogelflugs den Willen der Götter zu ergründen suchen und albanischen Migranten, die Mamor-Engel in Folie einwickeln, über die Komplexität des Schwarmflugs und der Unmöglichkeit der Kontrolle über sie. http://www.danielafriebel.de/auspicia/
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Daniela Friebel (geboren 1975 in Berlin) hat Literatur und Linguistik an der Humboldt Universität, Berlin und Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig studiert. Ihre vorrangig ortsspezifischen Arbeiten verwenden Fototapete und Nylonfäden oder verweben Bild- mit  Textebenen. Sie thematisieren Illusion und Wahrnehmung und reflektieren die Konstruktion von Bildern und das fotografische Medium an sich.

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Datum:
April 28